Auf ein Wort mit Europa

Am 24.04.2024 haben die Grünen von Karlsruhe interessierte Bürger zu einem Besuch ins Europäische Parlament nach Straßburg eingeladen, an dem sich auch Vertreter des Ortsverbands Grötzingen beteiligt haben. Bei der Europawahl am 9. Juni geht es diesmal um viel: Um demokratische Freiheit, um Frieden, um mehr Gerechtigkeit und Wohlstand – und um gemeinsame Anstrengungen zum Schutz des Klimas. Wir trafen „auf ein Wort“ Abgeordnete aus Baden- Württemberg, um aus erster Hand zu hören was das konkret bedeutet.

Ein paar Fakten vorweg

Ein RE von KA-Hbf. und eine Straßenbahn quer durch Straßburg bringt den Besucher direkt vor das moderne, ringförmig gebaute, imposante Parlamentsgebäude. Vorbei an einem Spalier bunter Fahnen und nach einer Sicherheitskontrolle gelangt man zunächst in einen offenen Innenhof mit freiem Blick in den schier unendlichen Himmel. Büros, Sitzungsräume, Ausstellungssäle und ein Plenartagungssaal stehen für Abgeordnete, Ausschüsse, Delegationen und hochrangige Repräsentanten aus der ganzen Welt zur Verfügung. Das Europaparlament setzt sich aus 705 Abgeordneten (MdEP) aus 27 Ländern der erweiterten EU zusammen, die rund 450 Millionen Bürger*innen vertreten. Rund 350 Millionen davon, in 20 Mitgliedsländern, verwenden mittlerweile dieselbe Währung und können sich im Schengenraum frei bewegen, arbeiten und leben. 80 % der Exporte aus Deutschland fließen in den europäischen Binnenmarkt.

Ein praller Arbeits- und Sitzungskalender

Die Vielfalt an Sprachen, Kulturen, Energie und Begeisterung spürt man in jedem Gespräch und an jeder Ecke. Hier begegnen sich demokratisch gewählte Vertreter eines Kontinents mit tausendjähriger Geschichte, einem reichen Kulturerbe und unterschiedlichen Lebensbedingungen 12mal im Jahr für eine Woche, um zu debattieren und über gemeinsame europäische Rechtsvorschriften abzustimmen – gelebte Demokratie seit 1952. Es kann schonmal passieren, dass die Tagesordnung kurzfristig erweitert wird und ein Abgeordneter mit seinem Mitarbeiterstab in der Nacht seine Rede nochmal recherchieren und umschreiben muss. Unser Besuch fand in der letzten Sitzungswoche der noch laufenden 5-jährigen Legislaturperiode statt, bevor die EU-Bürger vom 6. bis 9. Juni das EP neu wählen werden. Die Atmosphäre im Plenarsaal und die 1-minütigen Statements an diesem letzten Sitzungstag waren ein Mix aus letztem Aufruf, Rückblick, Stolz, Demut und auch persönlichem Abschied – das Ende einer intensiven, um Argumente und Mehrheiten ringenden politischen Zusammenarbeit, stets das große Ganze im Blick.

Das große Ganze als Summe vieler Details

Im täglichen medialen Informationshagel geht es zurzeit oft um Außen- und Sicherheitspolitik. Über diese bestimmt die EU-Kommission in Brüssel, diskutiert Wege der Umsetzung und bringt entsprechende Maßnahmen- und Gesetzesvorschläge ein. Doch auch Themen wie das Recht der Verbraucher auf Reparatur, Schutz von Bezeichnungen europäischer Originalprodukte, europäischer Mindestlohn oder Anti-Korruptions-Kontrolle sind Teile des großen Ganzen. Solche Themen, die die konkrete Lebensrealität von uns Bürgern betreffen, werden im Europäischen Parlament in Straßburg verhandelt.

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Europas Kraft für die Zukunft

Vor 5 Jahren setzte man mit dem Green Deal das große Ziel einer klimaneutralen Modernisierung der europäischen Wirtschaft und Infrastruktur. Die EU will ihren Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leisten und die bedrohlichen CO2-Emissionen bis 2030 um 55 % im Vergleich zu 1990 reduzieren. Ein damit einhergehendes kraftvolles Konjunkturpaket soll dafür sorgen, dass sich die Mitgliedsländer der EU gemeinsam im globalen Wettbewerb behaupten und unsere natürlichen Lebensgrundlagen für die Zukunft bewahren. Doch die Koordinaten des Machtgefüges auf dem Kontinent werden zurzeit brutal in Frage gestellt. Die Demokratie wird herausgefordert. Trotz aller Schwierigkeiten gibt es keine seriöse und überzeugende Alternative für die europäische Idee, die Herausforderungen zur Chance zu machen. Jeden Deutschen kostet Europa 84 Cent pro Tag. Europa ist unsere Lebensversicherung. Den Weg zurück gibt es nicht. Diesen Geist und diese Entschlossenheit spürte man überall im Gebäude des Europaparlaments.

Autorin: D. Duranec-Schoo

Erster Wahlstand am 11.5. auf dem Rathausplatz

Am Samstag, 11.5., waren wir zum ersten Mal mit einem Wahlstand auf dem Rathausplatz vertreten.

Da unser Markt inzwischen samstags sein Angebot ausgeweitet hat und von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird, war dort eine zwar geschäftige aber doch entspannte Atmosphäre.

Sowohl das Angebot zur Kommunalwahl als auch zur Europawahl wurde gerne gesehen. Manch eine*r nahm  die jeweilige Information mit, andere gerne ein Gimmick.

Sowohl hinter als auch vor dem Wahlstand herrschte gute Laune und wir freuen uns auf die nächsten beiden Samstage (18.5. und 25.5.). An beiden Tagen werden wir von 9 bis 13 Uhr wieder am Brunnen beim Rathaus zu finden sein.

Die Grünen Grötzingen

Die Grünen Grötzingen treten wieder zur Kommunalwahl am 9. Juni 2024 an. Es gelang für diese Wahl, die Kandidatenliste paritätisch aufzustellen, somit ist mindestens jeder zweite Platz mit einer weiblichen Person besetzt, in unserem Fall beträgt der Anteil sogar etwas mehr als 50%.

Neben altbewährten Namen, die momentane Fraktion im Ortschaftsrat stellt sich wieder zur Wahl, sind etliche neue Namen sowie einige jüngere Verteter:innen auf der Liste zu finden.

Die Arbeit der Grünen in Grötzingen der letzte Periode basiert auf Themen, die sich aus den globalen Problemen und Fragestellungen für Grötzingen ergeben und wie konkret hier bei uns im Ort damit umgegangen werden kann.

Klima/Umwelt

So wurden Anträge zur Errichtung von PV-Anlage auf städtischen Gebäuden eingereicht. Zum einen, um den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben, zum anderen, um ein Vorbild für Privathaushalte zu sein. Besonders stolz kann Grötzingen darauf sein, dass das Bestücken der Begegnungsstätte Herbert-Schweizer-Haus mit Photovoltaik als Pilotprojekt der BürgerEnergiegenossenschaft BEn.Ka noch in diesem Jahr realisiert wird.

Wir haben uns dem Thema Ersatzpflanzung von Bäumen angenommen. Es soll nicht nur 1:1 nachgepflanzt werden, wenn auf Grund von Baumaßnahmen Bäume gefällt werden müssen, sondern nach Möglichkeit in einem größeren Verhältnis und das gerne in anderen Stadtgebieten. Hauptsache, es werden soviel Bäume wie möglich gepflanzt.

Die vorhandene finanzielle, städtische Förderungsmöglichkeit bei der privaten „Renaturierung“ von Steingärten in insektenfreundlichere Grünanlagen, wurde im Ort bekannt gemacht und betroffene Besitzer direkt durch die Stadt informiert.

Soziales

Die Betreuungssituation an der Augustenburg-Gemeinschaftsschule beschäftigte uns ebenfalls. Die drohende Betreuungslücke ab 2025 galt es vehement zu thematisieren und in die Stadt zu tragen.

Schwierig ist ebenfalls die Betreuung von noch nicht schulpflichtigen Kindern. Dafür wurde von uns der Vorschlag eingebracht, das Martin-Luther-Haus als Kita umzunutzen, bis durch Bau- und Sanierungsmaßnahmen genügend Plätze im Ort zur Verfügung stehen.

Mobilität

Ganz neu werden die Grötzinger demnächst die Möglichkeit haben, Leihfahrräder der KVV in Grötzingen am Bahnhof zu nutzen. Ein Antrag, der im letzten Jahr gestellt und positiv beschieden wurde. Mehrmals haben wir außerdem nachgefragt, auch die Nutzung der Stadtflitzer (Mieten und Abholen bestimmter Stadtmobilautos an nicht festgelegten Orten) in Grötzingen zu ermöglichen.

Gerne beteiligen wir uns an Aktionen, die durch die Stadt initiiert werden, wie zum Beispiel die Dreck-weg-Wochen. Diese nutzen wir, um uns in der Gruppe und mit Bürgern zu treffen und in Grötzingen Müll zu sammeln. Die letzten beiden Jahre haben wir auch außerhalb des von der Stadt festgelegten Aktionszeitraums mehrere Sammelaktionen am Baggersee durchgeführt. Vor allem die für unsere stark besuchte Naturbadestelle und die darin lebenden Tiere (und uns Menschen) hochgiftigen Zigarettenkippen wurden eingesammelt.

Im diesjährigen Aktionszeitraum zu den Dreck-weg-Wochen wollen wir uns ein zweites Mal am Samstag, den 28.4. um 15 Uhr treffen. Gerne sind Mitstreiter eingeladen. Wir treffen uns im Hof der Schultheiß-Kiefer-Str. 15a oder an der Fischtreppe.

Instant-Dreck-weg-Aktion der Grünen Grötzingen

So schnell kann es gehen. Die Grünen in Grötzingen haben sich am Sonntag kurzfristig zu einer Dreck-weg-Aktion im Ortskern von Grötzingen getroffen.

Seit vielen Jahren schon beteiligen sie sich regelmäßig an den städtischen Dreck-weg-Wochen von Karlsruhe. So fanden die Aktionen im Sommer schon häufiger am Liegestrand des Baggersees statt. Dieses Mal lag der Fokus der Müllsammelaktion auf dem Ortskern von Grötzingen.

Mit fantastisch hoher Beteiligung schwärmte man am Sonntag, den 14.04. bei bestem Wetter zwischen 11 und 12 Uhr, ausgestattet mit Greifzange und offiziellem Müllsack, spontan in verschiedene Richtungen aus. Weniger fantastisch war, dass innerhalb von 1 Stunde ein paar Säcke Müll zusammen kamen. Wohl so wollend könnte man sagen, es lag einfach an der großen Anzahl der Sammler…

Einhellig wurde berichtet, dass Kippen nach wie vor den Großteil des Mülls darstellen, weggeworfen teilweise direkt neben aufgestellten Mülleimern, um die Sitzbänke herum und anscheinend praktischerweise unmittelbar an Parkplätzen. Weggeworfene Kippen ist ein Thema, dass die Grünen seit langer Zeit beschäftigt und dazu führte, dass die Ortsverwaltung zu Aktionen anlässlich des Nichtrauchertags, nächstes Mal am 31.05.2024, aufruft.

 

Am Samstag, den 27. April um 15.00 Uhr wollen die Grünen nochmals losziehen, gerne auch wieder mit spontaner Beteiligung der Bevölkerung.

Kommunalwahl 2024: Ziele der Grünen in Grötzingen

Die Grünen in Grötzingen haben am 19. Februar 2024 ihre Kandidatenliste für den Ortschaftsrat aufgestellt. Inzwischen wurde auch abschließend über das Wahlprogramm beraten. Schwerpunkte unserer Arbeit ergeben sich zum einen aus den auch in Grötzingen sichtbaren Folgen des weltweiten Klimawandels und zum anderen aus dem Anspruch, Grötzingen und den Bedürfnissen seiner Bürger gerecht zu werden. Grötzingen soll weiterhin der klimabewusste und lebenswerte Ort bleiben, der er ist.

Unsere grünen Ziele

Die Grünen wollen sich auch in Zukunft für eine klimafreundliche und umweltschonende Ortsentwicklung einsetzen. Dazu gehören der Schutz und die Pflege unserer Bäume und Grünanlagen, genauso wie durch diverse Aktionen und Projekte mitzuhelfen, ein sauberes und attraktives Ortsbild zu erhalten. Weniger Flächen sollen versiegelt und Kultur- bzw. Naturgüter wie Streuobstwiesen und Baggersee müssen geschützt werden.

Der Ausbau nachhaltiger Energiequellen muss vorangetrieben werden. In diesem Punkt streben wir eine enge Zusammenarbeit mit KEK und BENKA an.

Bei Themen wie Ortsteil-Gestaltung oder bei Bestreben für mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche, ist uns die Teilhabe und Mitwirkung aller Bürger in Grötzingen wichtig.

Schattenspendende Begegnungsorte oder bessere Mobilität im Alltag, auch ohne Auto, sind Ziele, für die wir uns einsetzen, ebenso wie für die Erhaltung qualitativer Nahversorgung und der sozialen Infrastruktur.

Bei all diesen Belangen geht es um ein gutes Miteinander für eine nachhaltige, werterhaltende und gesunde Lebensqualität in unserem Stadtteil.